Deutsche Meisterschaft im SUP Flachwasser 2017

Am Samstag, dem 5. August 2017, fanden in der Mainmetropole Frankfurt die Deutschen Meisterschaften im SUP Flachwasser statt. Neben „Flachwasser / Flatwater“, gibt es noch die Disziplinen „Technical Race“, „Wave“ und „Wildwasser“. Diese werden bzw. wurden an anderen, dafür geeigneten, Orten ausgetragen.
Auch wurden die Meisterschaften in diesem Jahr erstmalig gemeinsam von den drei großen Verbänden DWV (Deutscher Wellenreit Verband), DKV (Deutscher Kanu-Verband) und GSUPA (German Stand Up Paddle Association) veranstaltet.

Der Austragungsort der DM wird jedes Jahr neu vergeben, sodass sich Vereine, Verbände und andere Veranstalter darauf bewerben können. Als Ausrichter der Deutschen Meisterschaft 2017 im SUP Flachwasser hat sich der Hessische Kanu-Verband qualifiziert und übergab die Austragung in die Hände des Frankfurter Kanu-Vereins. Der bereits seit 1913 bestehende Verein, dessen Bootshaus an der Friedensbrücke gelegen ist, schickte die ambitionierten Paddler mit der Skyline im Hintergrund auf den Main.

Verständlicherweise hat die schwierige Parksituation am Frankfurter Mainufer im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Auch der, am Sonntag stattfindende, City Triathlon hat mit gesperrten Zufahrtswege etwas Unruhe ausgelöst. Aber aus Besuchersicht haben alle ein Plätzchen in unmittelbarer Umgebung des Bootshauses gefunden und konnten sich am Samstagvormittag entspannt auf die Rennen vorbereiten.

 

Ablauf der Deutschen Meisterschaft

Mit leichter Verspätung wurden die Deutschen Meisterschaften gegen 10 Uhr durch die Vertreterin der Hessischen Landesregierung Frau Dr. Weyland eröffnet. Nachdem die Einzelheiten des Wettkampfes besprochen wurden, ging es aufs Wasser. Durch neue Anmeldungen, die noch bis spät in die Nacht angenommen wurden, hat sich der Start etwas verzögert. Immerhin nahmen insgesamt knapp 80 Paddler an den Deutschen Meisterschaften in Frankfurt teil.

Gegen 10:45 Uhr starteten dann die Herren für den Langstrecken-Wettkampf über 8 Kilometer, wobei zwei Runden je 4 Kilometer durch die Stadt gepaddelt wurden. Wenige Minuten später starteten die Damen über dieselbe Distanz, gefolgt von den Junioren, welche die halbe Strecke zu bewältigen hatten.

Die Wetterbedingungen waren gut, mit leichtem Wind flussaufwärts. Dennoch war die Strecke anspruchsvoll mit Verwirbelungen an den Brückenpfeilern und Nilgänsen, die die Wege kreuzten. Auch der Berufsschiffsverkehr ging gewohnt weiter und die Ordner des Kanu-Vereins hatten den Tag über einiges zu tun, um neugierige Segelschiffe und andere Kleinboote von der Wettkampf-Strecke fernzuhalten.

Neben den Trainern und Betreuern, waren vor allem Familienmitglieder vor Ort, um die Stand-Up Paddler anzufeuern. Die Atmosphäre war entspannt und dementsprechend familiär. Viele nutzten die Gelegenheit, um sich über Material und Neuigkeiten aus der Szene auszutauschen oder sich einfach nach langer Zeit wiederzusehen.

Das Bootshaus, gelegen am Schaumainkai, schuf mit seiner Infrastruktur (Umkleiden, Duschen, Toiletten, Bar, Balkon) einen passenden Rahmen für die Regatta. Nur die erstaunten Jogger und Radfahrer am Mainufer, waren teils mit der Situation der Menschengruppen und langen Wettkampfboards überfordert.

Bei jeder Runde wurden die SUP-Athleten angefeuert und bejubelt. Nach einer guten halben Stunde kamen dann bereits die ersten Junioren ins Ziel. Beeindruckend auch Tinca, die mit 8 Jahren die jüngste Teilnehmerin der Meisterschaft war. Die ersten Damen und Herren haben nach etwa einer Stunde ihre vollen 8.000 Meter hinter sich gebracht. Der älteste Teilnehmer, mit über 60 Jahren, konnte sich auch gegen einige seiner jüngeren Konkurrenten behaupten. Es ist schön zu sehen, dass Stand-Up Paddling ein Sport für Jung und Alt ist, auch bei offiziellen Meisterschaften.

Einige Paddler nahmen auch mit aufblasbaren Paddleboards an den Wettkämpfen teil, was uns natürlich besonders freute. Die Ergebnisse der jeweils ersten drei Platzierungen geordnet nach Altersklassen findet ihr weiter unten im Beitrag.

Nachdem dann alle Paddler wieder unversehrt auf dem Trockenen angekommen waren, wurde die Mittagspause eingeläutet. Die Küche des Frankfurter Kanu-Vereins hatte gut zu tun und auch der Grill vorm Bootshaus wurde angeworfen. Während sich die Paddler und Gäste stärkten und am Mainufer entspannten, wurden bereits die Ergebnisse des Vormittags ausgewertet.

Um 14 Uhr wurde die zweite Hälfte der Deutschen Meisterschaft, durch eine kurze Ansprache des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann, eröffnet. Nun folgten die Sprint-Wettkämpfe auf einer Distanz von 200 Metern. In sogenannten Heats mussten die Teilnehmer sich nun für das Finale qualifizieren. Dabei starteten gleichzeitig immer 4 oder 5 Paddler in einem K.O.-Verfahren. Bei den ersten Durchgängen fiel der Startschuss auch durch OB Feldmann, welcher sichtlich erfreut über die DM in seiner Stadt war.

Leider hielt das schöne Wetter nicht weiter an und starker Wind zog auf. Erst machte Kabbelwasser und dann auch noch Platzregen den schnellen Paddler zu schaffen. Der ordentliche Wellengang erschwerte die Wettkampf-Bedingungen, aber die Athleten kämpften weiter um eine gute Platzierung. Die Zuschauer suchten währenddessen Unterschlupf auf dem überdachten Balkon des Bootshauses, unter den Bäumen oder unter ihren Schirmen, um trotz des Regenschauers kein Rennen zu verpassen.

Nach gut einer Stunde verzogen sich die Wolken langsam wieder und die Sonne ließ sich für die finalen Sprint-Wettkämpfe wieder blicken. Gerade bei den letzten Runden wurde dann auch noch mal kräftig angefeuert, um jedem Paddelzug ein Maximum an Unterstützung mitzugeben.

Nach den Wettkämpfen konnten sich die Paddler frisch machen und fanden sich zur Siegerehrung im Bootshaus ein. Neben entsprechenden Urkunden gab es für die Sieger statt eines Pokals einen kleinen Bembel – ein traditioneller Frankfurter Krug in dem der Äppler (Apfelwein) serviert wird. Anschließend konnte der Wettkampftag beim gemütlichen Feiern ausklingen.

Wir gratulieren allen glücklichen Gewinnerinnen und Gewinnern und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen.

Unser Fazit zur Veranstaltung

Mit etwas Sonnenbrand, aber tollen Eindrücken behalten wir diesen Samstag gerne in Erinnerung. Hut ab, an alle Athleten, die sich trotz des teils schlechten Wetters durch den Tag gepaddelt haben. Wir sind auch bei den nächsten Meisterschaften gerne wieder mit dabei und freuen uns darauf bekannte und neue Menschen zu treffen, die es einfach lieben auf dem Board zu stehen.

Es war ebenfalls schön zu sehen, dass auch immer wieder Spaziergänger anhielten, um zu erfahren, was das für eine Veranstaltung bzw. ein Sport wäre. Vielleicht kann man dieses Interesse in Zukunft durch einen Infostand auffangen, um die Menschen auch direkt vor Ort fürs Stand-Up Paddling zu begeistern. Letztlich waren zwar vereinzelte Hersteller mit Material vor Ort, aber vor allem als Teilnehmer präsent, weniger als Ansprechpartner.

 

Die Ergebnisse der DM SUP Flachwasser 2017

Hier die offiziellen Ergebnisse der diesjährigen Deutschen Meisterschaft im Stand-Up Paddling Flachwasser, ausgewertet und bereitgestellt vom Frankfurter Kanu-Verein.

Langstrecke Junioren (unter 18 Jahre)

Mädchen
1. Finja Krah (0:34,31), 2. Navina Linde (0:36,13) und 3. Antonia Splitt (0:41,33)

Jungen
1. Maverick Engler (0:32,32), 2. Lasse-Niklas Sauerteig (0:34,12) und 3. Ben Tusche (0:34,29)

Langstrecke Leistungsklasse (18–40 Jahre)

Damen
1. Hannah Leni Krah (0:57,54), 2. Milanka Linde (0:58,43) und 3. Viola Hartrott (1:03,56)

Herren
1. Normen Weber (0:50,35), 2. Steven Bredow (0:50,44) und 3. Ole Schwarz (0:51,11)

Langstrecke Ü40/Ü50 Damen

  1. Marion Rappl (0:58,49), 2. Carol Scheunemann (1:01,15) und 3. Gabriele Kadner (1:18,48)

Langstrecke Ü40 Herren

  1. Peter Weidert (0:51,46), 2. Carsten Kurmis (0:55,45) und 3. Marcin Hokusz (0:56,60)

Langstrecke Ü50 Herren

  1. Jan Diestel (0:54,37), 2. Alexander Gäbler (0:55,30) und 3. Michael Barth (0:56,40)

Langstrecke ISUP

Damen
1. Carola Wilke (1:15,14), 2. Cornelia Keck (1:20,09) und 3. Katrin Valentin (1:28,09)

Herren
1. Axel Breitbach (1:02,39), 2. Thomas Grimmer (1:07,08) und 3. Reinhold Weiß (1:12,13)

Sprint Junioren (unter 18 Jahre)

  1. Maverick Engler, 2. Finja Krah und 3. Lasse-Niklas Sauerteig

Sprint Finale (über 18 Jahre)

Damen
1. Hannah-Leni Krah, 2. Milanka Linde und 3. Julia Schneider

Herren
1. Peter Weidert, 2. Normen Weber und 3. Kai-Nicolas Steimer

 

Sollten sich Tippfehler bei den Namen ergeben haben, bitten wir dies zu entschuldigen und freuen uns über eine kurze Info. Die Zeitangaben sind im Format (Stunden:Minuten,Sekunden) angegeben.